Warum ich “regelmäßig” unglücklich bin.

von Heideblomme

Warum bin ich eigentlich ständig so unglücklich? So unausgeglichen und unruhig? Die Antwort dazu hat mir mein Freund eigentlich schon oft mitgegeben und dank diesem Blogbeitrag von Ingridcat bin ich mir ziemlich sicher woran es nun liegt.

Ich schlafe schlecht. Zumindest nicht besonders gut. Seit Wochen. Nein, Monaten. Erst vergangenen Dienstag wurde ich unsanft aus dem Schlaf gerissen – durch die Müllabfuhr, während mein Freund seelenruhig gepennt hat obwohl er keine 20 Minuten zuvor auf die Toilette musste. Er schlief unbekümmert weiter und ich rekelte mich von da an, also 5 Uhr, in der Bettdecke… konnte bis zum “offiziellen” Aufstehen um 6 Uhr einfach nicht mehr richtig schlafen… und am Wochenende falle ich um 8 aus dem Bett wo ich sonst bis 11 Uhr in einem fast schon komatösen Schlaf lag… liegt es am Alter? Ich denke nicht.

Nachdem ich den oben genannten Beitrag gelesen habe, habe ich versucht mich ein wenig selbst zu reflektieren. Obwohl ich mich eher als Anhänger der Prokrastination sehe, habe ich oft auch das genaue Gegenteil zu beklagen. Es muss jetzt geschehen und am besten noch gestern und wehe es ist nicht geplant! Mein Freund leidet oftmals darunter, ich aber auch. Ich plane aber nicht einfach nur 1 oder 2 Tage im Voraus… ich “zwangsplane” meine Zukunft.

Als beispiel: momentan hege ich einen großen Kinderwunsch und ich kann nicht einmal genau sagen woher das kommt. Früher dachte ich immer bei mir: “Ich hasse Kinder. Die machen Lärm, Dreck und sind teuer.” nun da auch einige meiner Freunde und Bekannten Nachwuchs bekommen haben, sehe ich diese Thematik in einem fast unerträglich aufheiterndem Licht. Aber ich glaube dazu schreibe ich in einem anderen Beitrag etwas ausführlicher. Aber auch da gehört diese zwanghafte Planung dazu. Warum? Nun; der Kinderwunsch ist immens aber dann muss natürlich auch die Bude stimmen und wo wir schon dabei sind könnten wir gleich das Ganze Haus kern-sanieren, dann müssen wir aber mit den Schwiegereltern reden, die das Haus ebenfalls bewohnen und denen es gehört – und was machen wir, wenn wir das Haus nicht erben? Alles Geld für Renovierungen etc. für’n Arsch. Pflichtanteile? Ich muss das durchrechnen, was können wir tun? Was muss alles beachtet werden… und dann werde ich todunglücklich wenn all das nicht bald geschieht und im Trockenen ist.

Bin ich verrückt? Normal finde ich das nicht. Aus irgendeinem Grund kann ich nicht im Hier und Jetzt leben. Stattdessen denke ich immer daran, was in 2 – 3 Jahren sein KÖNNTE. Und inzwischen belastet es mich. Enorm. Also nehme ich mir hiermit feierlich vor: Nicht mehr zu planen. Nicht alles und nicht Jahre im Voraus.

“Wie soll das gehen, Betty?” ertönt meine innere Stimme. Nun… man kann sicherlich nicht komplett planlos durchs Leben rennen. Um mir den Arbeitsalltag zu ersparen, plane ich daher zumindest mal den Essensplan für die nächste Woche und den damit verbundenen Wocheneinkauf. Und die Urlaubstage müssen geplant werden, den Urlaub selbst, das geht ein ander mal. Das wars. Wenn ich wohin will, werde ich es nicht planen. Ich werde mich ins Auto setzen und hinfahren. Ich hätte gern ein spontaneres Leben, ein spontaneres Ich. Irgendwie freue ich mich auf diese Veränderung aber irgendwie hab ich auch Angst davor…

Warum habe ich Angst ungeplant durchs Leben zu gehen?

Man kann Vieles auf die Vergangenheit, die Kindheit oder Ex-Beziehungen schieben aber in diesem Fall macht es einfach nur Sinn. Eine Mischung meiner Kindheit und meine letzte, fast 10-jährige Beziehung haben mich an den Tiefpunkten (leider zu spät) erkennen lassen, dass man sich nur auf sich selbst verlassen kann. Wenn ich es selber machte, klappte es einfach. Das mag man jetzt falsch verstehen, insbesondere in Bezug auf eine Beziehung aber ja: selbst dahingehend … alleine klappte es einfach 😛

Die Familie war zu weit weg um mal eben zu flüchten. Ich war dem Ärger immer alleine ausgesetzt und konnte nur ein bisschen Mimimi bei meinen Freunden hinterlassen, die kreuz und quer über Deutschland verteilt leben. Um mich herum hatte ich Niemanden. Also war es fast schon “zwangsneurotisch” alles unter Kontrolle haben zu müssen weil sonst eh nichts klappt.

Jetzt lebe ich aber in einer Beziehung die ich nicht alleine “führe”. Das erste Mal in meinem Leben erfahre ich, wie es ist, wenn man Hand in Hand geht und man sich auf seinen Partner wirklich bedingungslos verlassen kann. Ja schnulzig, ich weiß. Aber doch. Ich fühle mich sicher. Finanzen sind kein Problem mehr, wir haben beide dieselben Erwartungen und Wünsche an unser gemeinsames Leben. Das gibt mir sicheren Boden unter den Füßen und ich muss einfach von der Gewohnheit ablassen alles planen zu wollen weil ich es muss denn ich muss es nicht mehr.

Wenn man als Beziehungsfrettchen den richtigen Partner an seiner Seite hat, dann geht alles. Und dann macht man einfach. Natürlich in einem vernünftigen Rahmen aber man tut einfach das worauf man gerade LUST hat. Es wird sicherlich nicht einfach diese Altlast von mir abzuwerfen aber ich will es also schaffe ich es. Es wird nicht mehr geplant und nicht mehr in der Zukunft gelebt, sondern im Hier und Jetzt.

Just do it!

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